Ressourcen für Fachpersonen

Hohes Körpergewicht als ein Diversitätsaspekt und Gewichtsstigmatisierung/-diskriminierung als ein Problem sozialer Ungerechtigkeit haben bisher in der Schweiz wenig Beachtung erhalten. Die Anerkennung dieser Problematik an Hochschulen und in Gesundheitsinstitutionen wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Die WHO fordert dazu auf, Gewichtsstigmatisierung aktiv anzugehen, speziell im Gesundheitswesen. Durch Gewichtsstigmatisierung wird die Qualität der medizinischen Behandlung von hochgewichtigen Menschen stark beeinträchtigt.

Sehr gerne offeriere ich Workshops oder Vorträge zum Thema Gewichtsstigmatisierung und gewichtsinklusiver Gesundheitsbetreuung. Ich freue mich auf ihre Anfrage.


Terminologie

Korpulent, dick, oder doch besser «person first language»: Person mit «Adipositas»?

Es gibt keinen Konsens über die richtigen Begrifflichkeiten. Ich benutze das Wort dick als Selbstbezeichnung und in meiner Arbeit die Begriffe „hochgewichtig“ und „dick“. Die Worte „hochgewichtig“ und „dick“ signalisieren eine emanzipatorische Position (Schaffer & Buchinger, 2019).
„Übergewichtig“ und „Adipositas“ benutze ich ausschliesslich in wörtlichen Zitaten. Was als Krankheit gilt, wie z.B. „Adipositas“, ist nicht objektiv gegeben, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion. Einen grossen Einfluss hat hierbei der biomedizinische Diskurs. Er definiert, was als „richtiger Körper“ gilt. Der BMI ist dadurch mehr als nur ein medizinisches Instrument. Die auf ihm basierende Klassifizierung kann moralische, ethische und politische Auswirkungen haben (Anderson, 2012).

«Person first language» lehne ich wie viele Fachpersonen und Aktivist:innen ab.

Ein guter Artikel zum Thema:
What’s in a Word? On Weight Stigma and Terminology von Angela Meadows und Sigrún Daníelsdóttir


Spannende Paper

An Evidence-Based Rationale for Adopting Weight-Inclusive Health Policy von Jeffrey M. Hunger, Joslyn P. Smith,, A. Janet Tomiyama

Eine kurze Einführung zum kritischen Lesen von Studien zum Thema Gewichtsabnahme: 8 RED FLAGS in Weight Loss Research: How to Spot Them and What They Mean von Jon Robison


Stigmatisierende Bilder

Bilder haben eine grosse Macht. Eine seriöse Zeitung, oder eine seriöse Fachperson sollte NIEMALS stigmatisierende Bilder von dicken Menschen verwenden. Als stigmatisierend gelten zum Beispiel «Headless Fatty» Bilder.

Gratis Plus Size Stock Fotos von dicken Menschen am Arbeitsplatz, mit Freunden beim Bier, bei der Zubereitung von leckerem Essen oder an einer Pool Party findest du bei CanWeAllGo.

Body Liberation Stock ist eine gute Ressource. Diese ist kostenpflichtig und die Bilder dürfen NICHT benutzt werden um Gewichtsverlust zu promoten.


Zum Abschluss eine kleine Geschichte aus dem Artikel «What’s Wrong With the War on Obesity?» von Lily O’Hara und Jane Taylor:

How many weight loss experts does it take to screw in a light bulb? Three.
One to stand on the ladder and keep trying to screw a burned out bulb into a socket that doesn’t fit, one to stand under the ladder and tell him he’s doing a great job, and one to write a press release declaring that the three of them have discovered a revolutionary, completely safe and effective new way to screw in light bulbs.
How many Health at Every Size experts does it take to screw in a light bulb? The light bulb is fine, the socket is fine, the switch is on, and the room is brightly lit, but it still takes several dozen Health at Every Size experts, with impeccable academic credentials, to publish independent studies proving that there is no need to change the bulb. And those three guys with the ladder still won’t go away.