Mit viel Interesse habe ich Dr. med. Dagmar Pauli’s Buch „Size Zero“ gelesen, der gesellschaftskritische Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen.

Spontan habe ich sie angeschrieben und von unserer Gegenkampagne erzählt und nachgefragt, was sie von Kampagnen wie der von Activ Fitness hält und wollte wissen: „Welche Auswirkungen hat diese Form von Werbung auf Jugendliche?“

Vielen Dank Frau Dr. Pauli für Ihr Statement!

Statement zu Bodyshaming Fitness Center

Jugendliche sind durch ihr Smartphone heute einer ständigen Bilderflut ausgesetzt. Der gesellschaftliche Schlankheitsdruck vermittelt sich über Bilder von überschlanken Models und Fitness-Influencern. Dies führt zu einem Konkurrenzdruck für junge Menschen, sich mit vermeintlich perfekter Körperform in den sozialen Medien zu inszenieren. Studien zeigen, dass immer mehr Jugendliche mit ihrem Körper unzufrieden und 30% aller jungen Menschen in der Schweiz, Mädchen und Jungen, sich dadurch psychisch belastet fühlen. Gemäss einer Schweizer Jugendumfrage ist eine der grössten Sorgen von Jugendlichen die eigene Körperform! Übergewicht ist in unserer Gesellschaft stigmatisiert und viele Jugendliche empfinden normale Rundungen als „fett“. Firmen aus dem Fitness-Bereich und der Schönheitsindustrie tragen daher eine besondere Verantwortung. Keinesfalls dürfen sie aus der Not junger Menschen Profit schlagen und durch abwertende Darstellung von fülligen Körperformen das Problem der Körperunzufriedenheit und psychischen Belastung junger Menschen fördern.

Werbungen, die füllige Körperformen abwerten, gehören auf den Müllhaufen der Werbegeschichte! Sie bewirken bei jungen Menschen vermehrte Selbstzweifel und können Depressionen und Essstörungen fördern.

KD Dr. med. Dagmar Pauli, Chefärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Autorin des Buches „Size Zero“