Statements zur Aktion gegen Gewichtsdiskriminierung

Diese Seite enthält alle schriftlichen Aussagen in Deutsch, übersetzt aus dem Französischen.


Dieses Plakat ist ein wiederholter Angriff. Wie jemand, der ständig schreit, dass ich kein Recht habe mich selbst zu lieben, kein Recht auszugehen, kein Recht zu existieren. Alles nur, weil ich dick bin. Das ist Gewalt.

Es spuckt mir ins Gesicht.


Ich bin dick und laufe.
Ich bin dick und esse.
Ich bin dick und ich atme.
Ich bin dick und ich bin ein Mensch.
Mit einem Kopf und Speckrollen und einem Leben.
Ich bin kein Stereotyp.


Dieses Poster gibt meiner Essstörung eine Stimme. Dieses Poster ist eine Beleidigung für meine psychische Gesundheit.

Lasst uns Dicke in Ruhe!


Ich sehe dieses Plakat ständig und überall. Am Bahnhof, beim Spaziergang durch die Stadt, auf Spotify, auf YouTube, es drängt sich mir auf, egal was ich tue. Ich wünschte, ich könnte es vermeiden, es lässt meine Haut kribbeln, als würden tausende kleine Insekten darauf herumkrabbeln. Am liebsten würde ich mir die Haut abreissen, damit ich nicht mehr in meinem Körper bin. So fühle ich mich wenn ich es sehe.

Ihr Poster ermutigt dicke Körper, sich in den Schrank zu stellen, nicht mehr in der Welt aufzutauchen, nicht mehr zu existieren. Glauben Sie ernsthaft, dass das dicke Menschen dazu ermutigen kann, sich zu bewegen? Sollten Sie nicht vorurteilsfrei alle Menschen willkommen heissen die schwitzen und ihren Körper stärken wollen?

Dicke Menschen, die trainieren oder auch nicht, zeigen Ihnen aufrichtig den Mittelf*nger. Wir lassen uns nicht in den Schrank sperren!


Als ich diese Werbung sah, war ich sehr schockiert. Ich fühlte mich angegriffen, als ob mir jemand sagen würde: „Nimm den Dicken, geh ins Fitnessstudio, du brauchst das“. Mir war nach Schreien und Weinen zugleich, ich fühlte mich gedemütigt. Denn ja, ich bin dick, mein Körper sieht aus wie der Weihnachtsschmuck, den man in den Schrank stellen sollte. Aber ich liebe meinen Körper, und ich finde ihn schön, so wie er ist, ich bin dick und war schon immer dick, das ist Teil meiner Identität!

Vor allem möchte ich nicht in ein Fitnessstudio gehen, um ihn zu verändern und den Normen für Schönheit und Schlankheit zu entsprechen, die uns die Gesellschaft diktiert. Ich habe Kurven schon immer gemocht, und diese Art von Werbung macht mir ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich schön finde! Wenn ich trainiere, dann nicht um meinen jetzigen Körper in den Schrank zu stellen, sondern um mich nach einem anstrengenden Tag zu entspannen, um mich zu amüsieren.

Ich denke aufrichtig, dass wir aufhören müssen, dicke Menschen in Werbung wie dieser zu stigmatisieren, und anfangen müssen, dicke Menschen auf eine positive Art und Weise zu repräsentieren, denn ja, man kann dick, gesund und glücklich sein und sich schön fühlen!


Kürzlich schaute ich in die kleinen Bildschirme im Tram, als ich die Anzeige sah. Zuerst war ich ein bisschen schockiert, dann traurig. Ich fragte mich, wie ein PR-Team diesen Weg einschlagen konnte. Was war das Ziel?

Ein paar Tage später ging ich die Strasse entlang und sah dieselbe Anzeige. Wieder fühlte ich mich traurig und ein bisschen schmutzig. Als ob diese Anzeige flüsterte: „Dein Körper ist nicht akzeptabel, du bist dick und solltest es nicht sein“.

Jeden Tag werde ich daran erinnert, dass ich nicht in die willkürlichen Normen der Gesellschaft passe. Jeden Tag sage ich mir, dass die Art und Weise, wie ich aussehe, nicht als schön oder gar normal angesehen wird. Jeden Tag muss ich gegen diese Gedanken ankämpfen, um mich zu trösten und mich davon zu überzeugen, dass ich wichtig, hübsch und klug bin, egal welche Normen gelten.

Heute habe ich genug von ihnen. Heute möchte ich einfach sagen können, dass ich meinen dicken Körper liebe!

Anais

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.